Manche Dinge... ...wären ohne Verpackung kaum denkbar. Über 95 % aller Waren und Güter werden verpackt.
  • Glas der Schön(st)e Werkstoff!

    von Prof. Dipl.-Ing. Stefan Junge 1. Dezember 2017

    Am 22.11 wurden wir in Bad Wurzach mit einem großartigen Abendessen begrüßt, da zu konnten den Wellness Bereich im Moorsanatorium genießen.

    Am nächsten Tag, dem 23.11 um 9:15 begannen die Präsentationen der Verallia AG Deutschland.

    Wir wurden von Hr. Kallus aus dem Bereich Marketing empfangen.

    Die Studenten erhielten einen ersten Überblick über das Unternehmen, bezüglich Vergangenheit, Umsatz, Standorte  sowie Mitarbeiterzahl.

    Uns wurden die Vorteile von Glas erklärt: gesund, nachhaltig und elegant, aber auch Nachteile wie Gewicht und die spröden Eigenschaften des Werkstoffes. Eines der Ziele von Verallia ist es diese Nachteile zu minimieren, um dadurch eine optimale gesunde Verpackung zu kreieren.

    Um 10:00 folgte die Betriebsbesichtigung der Recyclinganlage SAR, die von Hr. Schwarz geleitet wurde.

    Schon von weiter Entfernung konnten wir die riesigen Altglasberge sehen, bei denen nicht nur alte Glasflaschen, sondern auch anderer „Müll“ zu finden war.

    Im Gebäudekomplex konnten wir die große Recyclinganlage besichtigen, die zu unserem Bedauern leider zu diesem Zeitpunkt nicht aktiv war.

    Nach einer kurzen Kaffeepause führte Hr. Kallus seine Präsentation fort und ging diesmal mehr auf seinen Fachwissen übers Marketing ein.

    Uns wurde erklärt woher die Faszination-Glas stammt, auf welche Bedingungen man im Marketing und auch in der Produktion achten muss um eine erfolgreiche Glasverpackung zu entwickeln.

    Zur Entwicklung einer solchen Flasche oder einem Konservenglas gehört ebenfalls das Eingehen auf die stärker werdenden Trends, über die wir uns sehr interessiert  und ausführlich unterhalten konnten.

    Danach gab es eine entspannte Mittagspause mit der Auswahl zwischen zwei sehr leckeren Gerichten.

    Zum Ende der Mittagspause trafen wir Herrn Zimmermann, von dessen lustigen und unterhaltsamen Art uns schon zuvor erzählt wurde.

    Herr Zimmermann berichtete uns zuerst was in der Produktion grob mit dem Werkstoff Glas auf chemischer und physikalischer Ebene passiert (worauf am nächsten Tag ausführlich eingegangen wurde).

    Uns wurden zudem in Einzelschritten die Produktionsabläufe beigebracht, die zur Entstehung von Glasflaschen nötig waren.

    Bevor wir nun die Produktionsstätte betreten durften gab es auf Grund der hohen Gefahrenstufe und das dadurch entstehende Risiko eine sehr ausführliche Sicherheitseinweisung, die viele Studenten eingeschüchtert hat.

    Durch Herr Zimmermanns humorvolle und lockere Art blieben aber alle Zuhörer entspannt und waren gespannt auf die Abläufe der beeindruckenden Anlage.

    Nach dem Raussuchen der passenden Sicherheitsausrüstung (P.S. zum 1. Mal hatten alle Sicherheitsschuhe dabei) ging es dann los.

    Zuerst sahen wir das Produktionsgelände von Außen, besonders hervorstechend war der gewaltige Schornstein, welchen man schon vom Kurhotel am Reinschberg sehen konnte.

    Beim Betreten der Produktionsstätte merkten wir noch nicht viel von der uns zuvor berichteten Hitze und unterhielten uns mit einigen Mitarbeitern und Experten, die uns in einem Extraraum den Aufbau und die Funktionsweise einiger Produktionsapparate demonstrierten und erläuterten.

    In Achtergruppen wurden wir dann durch den ersten Teil der Produktion geführt, unter anderem liefen wir an den Schmelzwannen die mit bis zu 400 t flüssigem knapp 1600 °C heißem Glas gefüllt waren. Die ausstrahlende Wärme dieser Wannen war auf diese kurze Distanz von 1-2 Metern kaum zu ertragen. (jetzt versteh ich auch warum wir im Hotel die Sauna zum Klimatisieren besuchen durften).

    Nachdem alle Gruppen mit dem ersten Rundgang fertig waren, machten wir uns auf den Weg den Rest der Anlage zu besichtigen.

    Was uns auffiel war das Glas als Werkstoff sehr schwer zu bändigen ist und somit auf viele Qualitätsmerkmale geachtet werden muss, bevor eine Flasche die Produktion verlässt.

    Dementsprechend hat Herr Zimmermann zur Vollendung der Besichtigung noch einige Qualitätstests zur Fehlerbegutachtung der Flaschen gemacht.

    Zum Abschluss des Tages wurden wir noch zum Kegeln in ein nahegelegenes Lokal eingeladen. Dort bekamen wir ein Leckeres Abendessen und kegelten mit Herrn Zimmermann und seinen Kollegen in die Nacht.

    Am Nächsten Tag wurden wir von den Designexperten Frau Enes und Herrn Winter Empfangen. Nach der Präsentation Verschiedener design Möglichkeiten von Glas, bekamen wir auch die Möglichkeit selber kreativ zu werden. Unsere Aufgabe war es ein Glasgefäß zu entwickeln welches sich für Fruchtwasser eignet.

    Abschließend erzählte uns Herr Zimmerman noch einiges zur Glastechnologie.

    Wie zum Beispiel, das Glas eine „eingefrorene, unterkühlte Schmelze“sei, die nicht kristallin ist, dies verdeutlichte er uns mit Hilfe eines Diagramms das die Zustandsänderung in Abhängigkeit mit der Temperatur zeigte.

    Vor der Abreise wurden wir noch mit einem sehr leckeren Mittagessen versorgt.

    Wir wurden sehr freundlich von allen Mitarbeitern empfangen, bewirtet und haben viele bleibende Eindrücke sammeln können.

    Dafür möchten wir uns im Namen aller sehr Herzlich bedanken.

    Paul Rothe & Raphaél Neumair