Aufgaben der Verpackung Ökologische Verträglichkeit, Nachhaltigkeit und ein sorgfältiger Umgang mit unserer Umwelt.

Geschichte der Verpackungstechnik

Verpackungstechnisch motivierte Kiezspaziergänge

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Mit diesem Beitrag zur jüngeren Geschichte der Verpackungstechnik speziell in Berlin, dem Standort der Beuth Hochschule für Technik und seinem Studiengang Verpackungstechnik im Fachbereich V ‚Life Sciences & Technology‘, beginne ich eine kleine Folge von Schlaglichtern. Ich starte mit den historisch-baulichen Fragmenten der einstigen Groterjan-Malzbierbrauerei in der Weddinger Prinzenallee 75 ; hier noch ein zweiter erhellender LINK zu dieser Firma, deren Malzbier ich vor knapp einem halben Jahrhundert als Kind noch getrunken hatte, während sich mein Vater ein „richtiges  Bier“ bestellt hatte, und die jedermann im Rahmen eines Kiezspaziergangs für sich selbst entdecken kann. 1978 endete dann der Brauerei- und Abfüllbetrieb der Malzbierbrauerei Groterjan & Co. Aktiengesellschaft in der Prinzenallee. Neben der Brauereikunst spielt in starkem Maße auch das Abfüllen – d.h. das Verpacken – bei Bieren aber auch Mineralwässern und Säften meist auf sog. hygienisch bis aseptisch arbeitenden Verpackungsmaschinen, den sog. Rundläufern, eine maßgebliche Rolle.

Das Thema Verpackungshygiene war dem Gründer, Herrn Christoph Groterjan, bereits im Jahre 1898 ein Begriff. So meldete er einige Schutzrechte an, wovon bspw. die Schutzrechtsschrift vom 20. Mai 1898: GB 000189807580 A (Improved Bottle Washing Apparatus), beredtes Zeugnis ablegt. Man kann sie in DepatisNet bequem recherchieren, wenn man im ‚Einsteigerrecherche‘-Modus  in der Zeile: ‚Anmelder/Inhaber/Erfinder‘ einfach den Namen ‚Groterjan‘ eingibt und die Suche startet. Bei DepatisNet handelt es sich um eine Patentrecherche-Plattform, die unser Herr PD Dr. Bernd Seidel und ich unseren Studierenden Jahr um Jahr ans Herz legen.

Zur Geschichte der Berliner Biere und Getränke weiß selbstverständlich auch die Versuchs- und Lehranstalt für das Brauereiwesen (VLB Berlin) mit ihrer Versuchsbrauerei und ihrer Verpackungsprüfstelle substanzielles zu berichten und vergibt in regelmäßiger Folge hochinteressante Praktika und sich daran anschließende Abschlussarbeiten.

In der nächsten Folge stelle ich eine weitere dieser historischen und verpackungsrelevanten Firmen-Häuser bzw. -Bauten als steinerne Zeitzeugen aus Berlin vor. Ich würde mich allerdings auch freuen, von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Hinweise auf weitere vorstellungswürdige, historische Berliner (Fabrik-)Bauten rund um das ‚Themata: Verpackungstechnik‘ zu erhalten :o) sabotka@beuth-hochschule.de

 

„Verpackungen machen Marken“ . . .

… diese fundamental bedeutsame Erkenntnis hatte bereits der Gründervater des Verpackungstechnik-Studiengangs in Berlin, Herr Prof. D. Berndt †, unseren Studierenden beigebracht. Eingedenk dieser Tatsache lohnt ein Blick in das „Erste Virtuelle Markenmuseum„. Beim Betrachten des ‚Lego-Steins‘ dort fiel auf, dass Herr Prof. Sabotka, einer der Studiengangsprofessoren ‚Verpackungstechnik‘ an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, exakt so alt ist wie besagter ‚Lego-Stein‘ . . . letzterer hat sich – zugegeben(!) – etwas besser ‚gehalten‘  :o)

Wie dem auch sei:  Viel Spaß im Virtuellen Markenmuseum (!)

 

Das Deutsche Verpackungsmuseum in Heidelberg

Wer sich für die Geschichte der Verpackungstechnik interessiert, kommt am Deutschen Verpackungsmuseum in Heidelberg kaum vorbei. Heidelberg als pulsierende Studierendenstadt mit seinem Schloss und dem dort beheimateten ‚Großen Fass‚ (Fass = Packmittel :o) ist allemal eine Reise wert … und wenn man schon einmal dort weilt, dann sollte man seine Schritte auch einmal ins Deutsche Verpackungsmuseum lenken. Besucherinnen und Besucher der Lehrveranstaltung von Herrn Prof. Sabotka erfahren dann auch noch einen weiteren bedeutsamen Grund, warum sich die Kenntnis dieses Verpackungsmuseums durchaus lohnen kann!

Das Märkische Museum in Berlin

Wer aber in Berlin und Umgebung wohnt oder sich hin und wieder in der Hauptstadt aufhält, dem sei auch einmal ein Spaziergang ins Märkische Museum empfohlen. Gegenüber dem Bärengehege am Köllnischen Park ist dort einiges auch über die Geschichte der ‚Supermärkte‘ zu erfahren, also dem Selbstbedienungshandel SBH, welcher durch die Verpackungstechnik ja überhaupt erst einmal ermöglicht wurde. Im SBH ersetzt nämlich die Verpackung mit ihrem vielfältigen Funktionen, wie bspw. der Informationsfunktion sowie der Werbe-, Verkaufs- und Ausstattungsfunktion das Verkaufsgespräch und ermöglicht mithin erst diesen rationelle Form des Handels (→ Rationalisierungsfunktion der Verpackung).

Haben Sie´s gewußt?…“die Wiege der Verpackungstechnik“ führt nach BerlinBack to the roots

Wer erkennt diese „geschichtlichen Geräusche“ ?

Diese ‚Geschichte‘ hat zwar nur wenig oder nichts mit der Verpackungstechnik zu tun, wohl aber mit der Geschichte und mit der Lehre.  Sehr oft ist zu bemerken, dass der Erfahrungshorizont der meistenteils jungen Studierenden und der meistenteils etwas gesetzteren Lehrenden auseinanderklafft. Und diese Zeitschere oder man würde heute vielleicht sagen: dieses time gap klafft zunehmend weiter auseinander. Und zwar in dem Maße, als die Studierenden als Gruppe gesehen immer gleichjung bleiben, während der individuelle Lehrkörper jedes Jahr älter wird.  In diesem Zusammenhang befindet sich aktuell ein „Wer-erkennt-das-alte-Geräusch?“Audio-Quiz des SWR im ‚WWW‘. Dort soll man insgesamt sieben „alte Geräusche“ dem Verursacher zuordnen. Ich weiß nicht, ob ich stolz darauf sein soll, aber ich habe tatsächlich auf Anhieb alle richtig erkannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Studierenden von heute, also im Jahr 2014, viele dieser historischen Geräusche nicht mehr zweifelsfrei dem verursachenden Gerät zuordnen können – einfach, weil sie diese Geräte gar nicht mehr kennen oder nicht mehr in Aktion erlebt und somit auch: nicht gehört haben. Ich hatte bspw. in den Anfängen meines Studiums im Rahmen eines FORTRAN-Programmierkurses tatsächlich noch Lochkarten gestanzt gehabt (!) … so ändern sich die Zeiten :-).